Audi A3 erhält neues Cockpit und erweiterte Assistenzsysteme

Audi überarbeitet die A3-Baureihe für das Modelljahr 2027. Ein neues Panoramadisplay, zusätzliche Assistenzsysteme und ferngesteuerte Parkfunktionen sollen die Kompaktklasse digitaler und komfortabler machen.
Ingolstadt. (red) – Audi überarbeitet seine A3-Modellreihe und konzentriert sich dabei vor allem auf Digitalisierung, Bedienung und Fahrerassistenz. Von den Neuerungen profitieren der A3 Sportback, die Limousine und der höhergelegte A3 allstreet ebenso wie die Plug-in-Hybridmodelle und die sportlichen Varianten S3 und RS 3.
Die auffälligste Änderung findet im Innenraum statt. Das bisherige Cockpit weicht einem gebogenen Panoramadisplay, das sich aus dem 11,9 Zoll großen digitalen Kombiinstrument und einem 12,8 Zoll großen zentralen Touchscreen zusammensetzt. Gleichzeitig erhält die Instrumententafel eine breitere, horizontal ausgerichtete Dekorfläche.
Auch die Mittelkonsole wurde verändert. Die Ablage für das Smartphone ist nun stärker zum Fahrer ausgerichtet und ermöglicht kabelloses Laden mit bis zu 25 Watt. Bei den Lenkrädern setzt Audi weiterhin auf eine Mischung aus mechanischen Bedienelementen und Multifunktionstasten. Eine mechanische Walze soll unter anderem die Bedienung während der Fahrt erleichtern.
Mehr Unterstützung im Straßenverkehr

Das Angebot an Fahrerassistenzsystemen wird deutlich erweitert. Audi ordnet die Systeme künftig in die drei Ausstattungspakete Tech, Tech plus und Tech pro ein. Eine zentrale Rolle übernimmt der adaptive Fahrassistent plus. Er verbindet eine automatische Geschwindigkeitsregelung mit aktiver Spurführung und arbeitet laut Hersteller bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h.
Auf Autobahnen kann das System nach Betätigung des Blinkers einen automatisierten Spurwechsel unterstützen. Neu ist zudem das selbstständige Abbremsen vor roten Ampeln. Wechselt die Ampel auf Grün und das Fahrzeug ist noch nicht vollständig zum Stillstand gekommen, kann es automatisch weiterfahren.
Für die Geschwindigkeits- und Spurführung nutzt der A3 künftig auch anonymisierte Schwarm- und Onlinedaten. Dadurch soll das System selbst auf Straßen unterstützen können, auf denen keine eindeutigen Fahrbahnmarkierungen vorhanden sind. Die Nutzung der benötigten Onlinedaten ist zunächst für drei Jahre im Fahrzeugpreis enthalten. Danach ist eine kostenpflichtige Verlängerung erforderlich.
Automatisches Parken per Smartphone
Vier Umgebungskameras erzeugen eine dreidimensionale Darstellung des Fahrzeugumfeldes. Über den Touchscreen können verschiedene Ansichten ausgewählt, gedreht und vergrößert werden. Hilfslinien sollen unter anderem das Einfahren in enge Parklücken oder Waschanlagen vereinfachen.
Mit dem Parkassistenten plus kann der A3 geeignete Parklücken erkennen und das Ein- oder Ausparken weitgehend selbst übernehmen. Dabei steuert das Fahrzeug Lenkung, Gaspedal, Bremse und Fahrstufenwechsel.
Der Parkassistent pro erweitert diese Funktion um eine Fernsteuerung. Der Fahrer kann das Parkmanöver über die myAudi-App starten und dabei außerhalb des Fahrzeugs stehen. Das dürfte vor allem bei schmalen Garagen und engen Parklücken praktisch sein.
Zusätzlich führt Audi das sogenannte trainierte Parken ein. Dabei kann das Fahrzeug wiederkehrende Rangiermanöver erlernen, beispielsweise die Einfahrt in eine Garage oder einen Carport. Bis zu fünf Abläufe mit einer Länge von jeweils maximal 50 Metern können gespeichert werden.
Digitale Funktionen teilweise gegen Aufpreis

Über die myAudi-App lassen sich künftig mehr Fahrzeugdaten aus der Ferne abrufen. Dazu gehören unter anderem Kilometerstand, Tankfüllstand, Restreichweite, Reifendruck, Ölstand und anstehende Wartungsintervalle. Auch der Zustand von Türen, Fenstern, Beleuchtung und Parkbremse kann kontrolliert werden.
Weitere Funktionen können über „Functions on Demand“ nachträglich freigeschaltet werden. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Klangfunktionen, eine verbesserte Basswiedergabe und virtueller Raumklang. Audi setzt damit den Trend fort, einzelne Fahrzeugfunktionen erst nach dem Kauf per Software und teilweise gegen zusätzliche Bezahlung bereitzustellen.
Breites Angebot an Antrieben
Bei den klassischen Verbrennungsmotoren stehen Benzin- und Dieselvarianten mit 116 und 150 PS zur Wahl. Der A3 e-hybrid wird mit Systemleistungen von 204 und 272 PS angeboten. Audi nennt für die Plug-in-Hybridmodelle eine elektrische Reichweite von bis zu 143 Kilometern nach WLTP.
Die Hochvoltbatterie soll sich an einer geeigneten Schnellladestation in rund 30 Minuten vollständig laden lassen. Außerdem steigt die zulässige Anhängelast der Plug-in-Hybridmodelle um 300 auf nun 1.700 Kilogramm.
An der Spitze der Baureihe stehen weiterhin der S3 mit 333 PS und der RS 3 mit seinem 400 PS starken Fünfzylindermotor. Beide Modelle verfügen über Allradantrieb und eine variable Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern.
Äußerlich bleiben die Änderungen überschaubar. S3 und RS 3 erhalten eigene Embleme im Kühlergrill sowie modellspezifische Lichtsignaturen. Bei Fahrzeugen mit Matrix-LED-Scheinwerfern stehen insgesamt vier unterschiedliche Tagfahrlicht-Designs zur Auswahl.
Marktstart im September
Die überarbeiteten Audi-A3-Modelle sollen ab Mitte September 2026 bei den Händlern stehen. Der A3 Sportback startet bei 31.850 Euro. Für den A3 Sportback e-hybrid werden mindestens 45.350 Euro fällig. Der S3 beginnt bei 57.200 Euro, während der RS 3 ab 68.500 Euro angeboten wird.
Das Upgrade bringt vor allem bei Cockpit, Assistenzsystemen und Parkfunktionen spürbare Neuerungen. Gleichzeitig zeigt der A3, wohin sich moderne Kompaktwagen entwickeln: größere Bildschirme, stärkere Vernetzung und mehr softwarebasierte Ausstattung. Ob das neue Bedienkonzept im Alltag tatsächlich übersichtlicher ist, muss ein Praxistest zeigen.






