DTM am Norisring: Horrorcrash überschattet schwieriges BMW-Wochenende

Ein schwerer Unfall von Kelvin van der Linde und Maximilian Paul überschattete das DTM-Wochenende auf dem Norisring. Während BMW sportlich hinter den Erwartungen blieb, sorgte die Sicherheit des BMW M4 GT3 EVO nach dem heftigen Einschlag für Erleichterung.
Ein schwerer Unfall, fehlende Performance und nur wenige Punkte: Das DTM-Wochenende auf dem Norisring verlief für BMW M Motorsport und Schubert Motorsport alles andere als nach Plan. Im Mittelpunkt stand am Samstag jedoch nicht das sportliche Ergebnis, sondern der heftige Unfall von Kelvin van der Linde. Der Südafrikaner kam nach einem massiven Treffer auf der Fahrerseite vergleichsweise glimpflich davon.
Bereits vom ersten Training an taten sich die beiden BMW M4 GT3 EVO auf dem traditionsreichen Stadtkurs in Nürnberg schwer. Marco Wittmann und Kelvin van der Linde fanden nicht die nötige Performance, um im Kampf um die Spitzenplätze entscheidend eingreifen zu können. Das erste Rennen am Samstag brachte dann weitere Rückschläge. Wittmann erlitt nach der ersten Kurve im Positionskampf einen Reifenschaden hinten links und musste seinen BMW vorzeitig abstellen.
Schwerer Treffer auf der Fahrerseite
Wenig später rückte das sportliche Geschehen in den Hintergrund. Lamborghini-Pilot Maximilian Paul verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und traf den BMW M4 GT3 EVO von Kelvin van der Linde in Kurve eins mit hoher Wucht auf der Fahrerseite. Beide Piloten wurden anschließend zur Untersuchung in Krankenhäuser gebracht.
Bei van der Linde wurde nach Angaben von BMW Entwarnung gegeben. Der 30-Jährige erlitt Prellungen, verzichtete nach dem schweren Einschlag jedoch auf einen Start im Sonntagsrennen. Paul zog sich laut den in der BMW-Mitteilung wiedergegebenen DTM-Informationen eine Fraktur zu.
Van der Linde zeigte sich nach dem Unfall vor allem erleichtert, dass die Folgen nicht schwerwiegender waren. Mit Blick auf die Bilder des Unfalls betonte er die Bedeutung der Sicherheitsstruktur des BMW M4 GT3 EVO und erklärte, das Auto habe ihm das Leben gerettet. Gleichzeitig sprach er von einer schwierigen Phase, in der BMW derzeit auch beim Leistungsniveau gegenüber anderen Herstellern Probleme habe.
Wittmann kämpft sich in die Top 10

Am Sonntag stand damit nur noch Marco Wittmann für Schubert Motorsport am Start. Auch das zweite Qualifying verlief schwierig: Mehr als Startplatz 18 war für den Lokalmatador nicht möglich.
Im Rennen zeigte der zweimalige DTM-Champion jedoch Kampfgeist. Nach einem heftigen Regenschauer wurde der Lauf zwischenzeitlich unterbrochen, anschließend arbeitete sich Wittmann im Feld nach vorne und erreichte schließlich Platz zehn. Damit sammelte BMW zumindest noch einige wichtige Punkte.
Zufrieden war Wittmann mit dem Ergebnis dennoch nicht. Nach eigener Einschätzung habe das Team am Sonntag das Maximum herausgeholt, mehr als Rang zehn sei unter den gegebenen Voraussetzungen nicht möglich gewesen. Besonders kritisch bewertete er das aktuelle Leistungsniveau: Seit mehreren Rennen könne BMW nicht mit der Spitze mithalten, während andere Hersteller konstant vorne unterwegs seien.
In der Fahrerwertung wird Wittmann nach dem Norisring-Wochenende auf Rang fünf geführt, Kelvin van der Linde liegt auf Position zwölf. Schubert Motorsport fiel in der Teamwertung auf den vierten Platz zurück.
Michael Schrey im BMW M2 Cup erneut nicht zu schlagen
Für positive Schlagzeilen aus BMW-Sicht sorgte dagegen der BMW M2 Cup im Rahmenprogramm der DTM. Michael Schrey setzte seine Erfolgsserie fort und gewann wie bereits bei der Premiere am Lausitzring beide Rennen. Im BMW M2 Racing von Hofor Racing by Bonk Motorsport verwandelte er jeweils die Poleposition in einen Sieg.
Die weiteren Podiumsplätze gingen in beiden Läufen an Mika König und Christopher Holst. Unterstützt wurden die Teilnehmer am Norisring zudem von BMW-Werksfahrer Jens Klingmann, der den Fahrern als Coach zur Seite stand.






