6-Stunden-MTB-Race in Wuppertal: Wenn Teamgeist wichtiger ist als der Sieg

Wenn Mountainbike-Sport auf den guten Zweck trifft, entsteht eine Veranstaltung wie das 6-Stunden-MTB-Race in Wuppertal. Neben spannenden Wettkämpfen engagiert sich Sportlerhelfen für soziale Projekte – unterstützt von Radsportbegeisterten wie den Wuppertaler Ritzelflitzern.
Wuppertal. (reg) – Wenn am 20. Juni 2026 auf dem Gelände der CVJM-Bildungsstätte an der Bundeshöhe das 6-Stunden-MTB-Race startet, geht es nicht nur um schnelle Rundenzeiten und sportlichen Ehrgeiz. Die Veranstaltung von Sportlerhelfen verbindet Mountainbike-Sport mit sozialem Engagement und zeigt, wie stark Gemeinschaft und Teamgeist den Radsport prägen können.
Organisator Maik Kaufmann und sein Team setzen dabei bewusst auf eine familiäre Atmosphäre. Im Gegensatz zu vielen anderen Mountainbike-Rennen, bei denen die Fahrer oft erst nach einer halben Stunde oder mehr wieder im Start- und Zielbereich auftauchen, passieren die Teilnehmer in Wuppertal durchschnittlich alle fünf Minuten das Zentrum des Geschehens. Für Zuschauer, Freunde und Familien entsteht dadurch ein besonders intensives Rennerlebnis.

Die Veranstalter hoffen in diesem Jahr auf rund 50 Teilnehmer. Aufgrund der Streckenlänge soll das Starterfeld bewusst überschaubar bleiben. Zugelassen sind sowohl klassische Mountainbikes als auch E-Mountainbikes, die in getrennten Wertungen antreten. Dennoch sieht Kaufmann die traditionellen „Bio-Biker“ weiterhin in der Überzahl.
Doch das Rennen dient nicht nur dem sportlichen Vergleich. Hinter der Veranstaltung steht der Verein Sportlerhelfen, der seit vielen Jahren soziale Projekte unterstützt. In der Vergangenheit profitierten unter anderem Gulliver for Kids, Kindertal, die Kinderschutzbünde in Wuppertal und Remscheid, das Hospiz Burgholz sowie Projekte zur Förderung des Kinderschwimmens. Zuletzt ermöglichte der Verein mehreren Kindern die Teilnahme an einem Ferien-Zirkuscamp in Wuppertal.
Wie viel Geld durch die zahlreichen Aktionen bislang gesammelt wurde, lässt sich laut Kaufmann nicht exakt beziffern. Sicher sei jedoch, dass die Spendensumme inzwischen deutlich im sechsstelligen Bereich liege.
Die Ritzelflitzer: Leidenschaft für Ausdauer und Gemeinschaft

Zu den Teilnehmern und Unterstützern solcher Veranstaltungen gehören seit vielen Jahren auch die Wuppertaler Ritzelflitzer. Die Mountainbike-Gruppe entstand im Jahr 2014, als Birgit Mentzel und Kristin Füchsle die Idee hatten, gemeinsam an einem 24-Stunden-Mountainbike-Rennen teilzunehmen.
Für ihren ersten Start beim 24h-Rennen in Duisburg gründeten sie ein eigenes Team und entwickelten den Namen „Ritzelflitzer“. Die Trikots wurden bewusst auffällig gestaltet, damit die Fahrer im Teilnehmerfeld von rund 2.000 Startern nicht untergehen.
Was als kleine Gruppe begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer echten Gemeinschaft. Durch private Kontakte und die Verbindung zum Wuppertaler Zweirad-Experten wuchs die „Ritzelflitzer-Familie“ stetig an. Heute umfasst sie Frauen und Männer im Alter von 19 bis 66 Jahren.
Unterstützt wurden und werden die Ritzelflitzer unter anderem vom Zweiradexperten Wuppertal sowie von Unternehmen wie Abus, Schwalbe, Busch & Müller, Puky, Buff, Röckl, Vaude, Krab & Fellbecker, Galabau Denis Werthmann, Gérards Wein-Markt und Hofmann Metallbau. Bei den Langstreckenrennen helfen zudem zahlreiche Unterstützer im Hintergrund mit. So kümmern sich beispielsweise Beate Grosse als Köchin oder Peter Lunnebach als Teamcoach und Organisator des Fahrerlagers um wichtige Aufgaben abseits der Strecke.

Die Liste der absolvierten Veranstaltungen ist lang. Die Ritzelflitzer waren bereits bei den 24-Stunden-Rennen in Duisburg, am Nürburgring, am Alfsee und im Stöffel-Park am Start. Hinzu kommen das Rennen „Night on Bike“ in Radevormwald, der Willingen-Marathon sowie das 6-Stunden-MTB-Race in Wuppertal. Daneben organisieren sie eigene Mountainbike-Wochenenden und unternehmen regelmäßig gemeinsame Ausfahrten.
Besonders eindrucksvoll: Sowohl beim 24h-Rennen in Duisburg 2015 als auch bei „Night on Bike“ 2021 gingen jeweils 24 Ritzelflitzer an den Start.
Freundeskreis statt Verein
Trotz ihrer Größe verstehen sich die Ritzelflitzer nicht als Verein. Vielmehr handelt es sich um einen Freundeskreis, der aus der gemeinsamen Begeisterung für das Mountainbikefahren entstanden ist.
Im Mittelpunkt stehen nicht Pokale oder Platzierungen, sondern das gemeinsame Erlebnis. Der Teamgedanke genießt seit der Gründung höchste Priorität. Genau dieser Gedanke verbindet die Ritzelflitzer mit Veranstaltungen wie dem 6-Stunden-MTB-Race von Sportlerhelfen, bei denen Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung oft wichtiger sind als der Blick auf die Stoppuhr.
Wer den Mountainbike-Sport in seiner familiären und sozialen Form erleben möchte, dürfte beim 6-Stunden-MTB-Race in Wuppertal daher genau richtig sein.







