Doppelter Angriff auf der Nordschleife

Zwei Rennen an einem Wochenende, ein hochkarätiges GT3-Feld und wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft
Nürburg. (red) – Motorsportfans erwartet am kommenden Wochenende eine doppelte Portion Nordschleifen-Action. Gleich zwei Läufe der Nürburgring Langstrecken-Serie werden innerhalb von zwei Tagen ausgetragen. Am Samstag steht zunächst das 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen an, am Sonntag folgt mit dem 66. ADAC ACAS Cup bereits der nächste Vier-Stunden-Lauf.
Für die Mannschaften und Fahrer geht es dabei um deutlich mehr als zwei einzelne Rennsiege. Da in der laufenden Saison alle Läufe in die Meisterschaftswertung eingehen und es keine Streichresultate gibt, können die beiden Rennen den Titelkampf entscheidend beeinflussen.
26 Fahrzeuge kämpfen um den Gesamtsieg

Auch sportlich verspricht das Wochenende einiges. Insgesamt sind 136 Fahrzeuge von 14 Marken gemeldet. Allein in der Klasse SP9 gehen 22 GT3-Rennwagen an den Start. Hinzu kommen vier leistungsstarke Fahrzeuge der Klasse AT1 für alternative Treibstoffe, die sich auf einem vergleichbaren Leistungsniveau bewegen.
Damit gehören insgesamt 26 Fahrzeuge zum erweiterten Kreis der Gesamtsieg-Kandidaten.
In der GT3-Kategorie treffen sieben Hersteller aufeinander. Porsche, Audi, BMW, Mercedes-AMG, Aston Martin, Ford und Lamborghini sind auf der Nordschleife vertreten.
Schubert Motorsport bringt den BMW M4 GT3 EVO an den Start, während das Haupt Racing Team mit dem Ford Mustang GT3 angreift. KCMG setzt einen Mercedes-AMG GT3 ein, in dem unter anderem Le-Mans-Sieger Kamui Kobayashi ins Lenkrad greift.
Auch Falken Motorsports und Dinamic GT mit Porsche sowie Walkenhorst Motorsport und PROsport racing mit Aston Martin gehören zum hochkarätigen Feld. Renazzo Motorsport setzt auf Lamborghini.
Max Kruse Racing ist ebenfalls stark vertreten. Neben einem VW Golf GTI, mit dem der frühere Fußball-Nationalspieler Max Kruse selbst startet, bringt das Team drei Audi R8 LMS GT3 in der Klasse AT1 an den Nürburgring.
Tabellenführer mit bislang makelloser Bilanz

Besonders spannend wird das Wochenende mit Blick auf die Meisterschaft. Edoardo Bugane, Yannick Fübrich und Sven Markert führen die Gesamtwertung derzeit mit 79 Punkten an.
Das Trio startet für das Adrenalin Motorsport Team Mainhattan Wheels im BMW M240i Racing Cup und hat bislang eine beeindruckende Saison hingelegt. In ihrer Klasse konnten Bugane, Fübrich und Markert sämtliche bisherigen Saisonrennen gewinnen.
Die direkten Verfolger Alexander Fielenbach und Oskar Sandberg kommen auf 64 Punkte. Das Duo startet im Porsche 718 Cayman GT4 CS für Smyrlis Racing und musste im bisherigen Saisonverlauf bereits einen Ausfall hinnehmen.
Mit 56 Punkten folgen Anton Abée, Yannik Himmels und Jörg Viebahn von PROsport racing im Mercedes-AMG GT4.
Durch die beiden unmittelbar aufeinanderfolgenden Rennen können sich die Kräfteverhältnisse an nur einem Wochenende allerdings deutlich verschieben.
Schubert Motorsport führt die Speed-Trophäe
In der NLS Speed-Trophäe hat sich Schubert Motorsport bereits einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Die Mannschaft führt mit dem BMW M4 GT3 EVO und 121 Punkten die Wertung an.
Auf Rang zwei folgt 48 LOSCH Motorsport by BLACK FALCON mit dem Porsche 911 GT3 R und 75 Punkten. Das Mercedes-AMG Team Ravenol liegt mit 60 Punkten auf dem dritten Platz.
Auch in der Junior-Trophäe bleibt die Entscheidung offen. Raphael Rennhofer führt mit 55 Punkten vor Tim Lukas Müller mit 45 Zählern. Müller hat seine Saison allerdings bereits vorzeitig beendet.
Ryan Harrison, Leon Wassertheurer und Santiago Baztarrica folgen mit jeweils 40 Punkten. Besonders Baztarrica hat beim Double-Header die Möglichkeit, Boden gutzumachen. Der Argentinier startet für Adrenalin Motorsport Team Mainhattan Wheels im BMW M2 Racing.
Loek Hartog nach Rettungsaktion wieder im Rennwagen
Für eine außergewöhnliche Geschichte sorgt Loek Hartog. Der 23-jährige Niederländer hatte wenige Tage zuvor bei einem Rennen der China GT in Shanghai für Aufsehen gesorgt.
Nach einem Unfall des Briten Ollie Millroy blieb Hartog an der Unfallstelle stehen, griff zu einem Feuerlöscher und beteiligte sich an der Rettung des Fahrers aus dessen brennendem Rennwagen.
Am Nürburgring steht für Hartog nun wieder der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt. Für Dinamic GT teilt er sich den Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 54 mit Michael Klitgaard Christensen.
Zwei identische Renntage
Der Ablauf ist an Samstag und Sonntag weitgehend identisch. Das Zeittraining beginnt jeweils um 8:30 Uhr und endet um 10:00 Uhr.
Ab 10:20 Uhr haben Besucher beim Pitwalk Gelegenheit, die Fahrzeuge und Teams in der Boxengasse aus nächster Nähe zu sehen. Um 11:10 Uhr folgt der Gridwalk in der Startaufstellung.
Der Startschuss zu den beiden Vier-Stunden-Rennen fällt jeweils um 12:00 Uhr.
Tickets kosten 25 Euro pro Tag. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre haben freien Eintritt. Im Eintritt enthalten sind neben den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs auch die Zuschauerbereiche Brünnchen und Pflanzgarten sowie der Zugang zum Fahrerlager, zur Boxengasse und zur Startaufstellung.
Wer nicht vor Ort sein kann, kann das Geschehen an beiden Tagen ab 8:15 Uhr im kostenlosen Livestream der Nürburgring Langstrecken-Serie verfolgen.
Mit zwei Rennen innerhalb von nur zwei Tagen und einem der stärksten Starterfelder der Saison dürfte der Double-Header auf der Nordschleife entscheidende Weichen für den weiteren Verlauf der Meisterschaft stellen. Nach dem Wochenende bleibt den Teams anschließend nur noch das Saisonfinale im Oktober.






