Großeltern und Enkel trainieren gemeinsam für mehr Sicherheit auf dem Fahrrad

Großeltern übernehmen im Familienalltag häufig die Betreuung ihrer Enkel – und begleiten sie dabei auch auf dem Fahrrad. Ein gemeinsames Verkehrssicherheitstraining in Wuppertal soll nun beide Generationen fit für typische Gefahrensituationen machen.
Wuppertal. (reg) – Wenn Eltern arbeiten, übernehmen häufig die Großeltern die Betreuung ihrer Enkel. Gehört eine gemeinsame Fahrradtour zum Tagesablauf, müssen beide Generationen sicher unterwegs sein. Genau hier setzt ein gemeinsames Verkehrssicherheitstraining von Verkehrswacht Wuppertal, VdK Wuppertal und der Verkehrsunfallprävention der Polizei an.
Das Training findet am Montag, 3. August 2026, von 10 bis 12 Uhr in der Jugendverkehrsschule Wuppertal an der Ehrenhainstraße 110 statt. Angesprochen sind Großeltern, die gemeinsam mit ihren Enkelkindern den sicheren Umgang mit Fahrrad oder Pedelec üben möchten.
Nach Angaben der Verkehrswacht entstand die Idee vor dem Hintergrund eines veränderten Familienalltags. Viele Eltern seien berufstätig und ließen ihre Kinder regelmäßig von den Großeltern betreuen. Da die Kinder häufig Fahrrad fahren möchten, seien Oma und Opa dabei nicht nur Begleiter, sondern auch wichtige Vorbilder.
Praktisches Training im Parcours
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das praktische Üben. In einem Parcours trainieren die Teilnehmer verschiedene Situationen, die ihnen auch im Straßenverkehr begegnen können. Dazu gehören unter anderem Kurven- und Slalomfahren, Schulterblick und Handzeichen beim Abbiegen sowie das Spurhalten beim einhändigen Fahren.

Auch kontrolliertes Bremsen, Ausweichen und eine Vollbremsung stehen auf dem Programm. Darüber hinaus werden das sichere Auf- und Absteigen sowie das langsame Fahren geübt. Gerade bei niedriger Geschwindigkeit ist ein Fahrrad weniger stabil und verlangt eine gute Balance.
Die Polizei weist darauf hin, dass Kinder im Straßenverkehr häufig spontan reagieren und noch nicht über die Routine erwachsener Radfahrer verfügen. Mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, kann für sie schwierig sein. Dazu zählt beispielsweise, beim Abbiegen die Spur zu halten, nach hinten zu schauen und gleichzeitig ein Handzeichen zu geben.
Bei älteren Radfahrern können dagegen Veränderungen bei Koordination und Reaktionsvermögen eine Rolle spielen. Hinzu kommen die besonderen Fahreigenschaften von Pedelecs. Diese sind schwerer als herkömmliche Fahrräder und können beim Anfahren oder Beschleunigen ungewohnt reagieren.
Deutlicher Anstieg bei Pedelec-Unfällen
Wie wichtig regelmäßiges Training ist, zeigen die Unfallzahlen des Polizeipräsidiums Wuppertal. Im Jahr 2025 wurden in Wuppertal insgesamt 267 Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs registriert. Davon entfielen 165 Unfälle auf klassische Fahrräder und 102 auf Pedelecs.

Gegenüber dem Höchststand von 287 Unfällen im Jahr 2023 ist die Gesamtzahl zwar leicht zurückgegangen. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich jedoch ein deutlicher Anstieg. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 154 Fahrrad- und Pedelecunfälle registriert. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Pedelecs: Ihre Zahl stieg innerhalb von zehn Jahren von einem auf 102 Unfälle.
Bei Kindern bis 14 Jahre registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 25 Unfälle. Davon ereigneten sich 24 mit einem Fahrrad und einer mit einem Pedelec. Gegenüber 2024 mit 22 Unfällen bedeutet dies einen leichten Anstieg.
Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den Senioren ab 65 Jahren aus. Ihre Zahl stieg von sieben Fahrrad- und Pedelecunfällen im Jahr 2015 auf 44 Unfälle im Jahr 2025. Damit wurde der höchste Wert des betrachteten Zehnjahreszeitraums erreicht. Von den 44 Unfällen entfielen 20 auf Fahrräder und 24 auf Pedelecs.
Großeltern als Begleiter und Vorbilder
Das gemeinsame Training soll deshalb nicht nur die eigene Sicherheit der Großeltern verbessern. Sie sollen zugleich lernen, ihre Enkel beim sicheren Radfahren zu unterstützen und die Übungen später gemeinsam im Alltag fortzusetzen.
Nach Einschätzung der Polizei brauchen Kinder Zeit und regelmäßige Praxis, um sich sicher und selbstständig im Straßenverkehr bewegen zu können. Erst im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren sei die Verkehrskompetenz in der Regel so weit entwickelt, dass auch komplexere Situationen zunehmend sicher bewältigt werden können.

Bekannte und überschaubare Wege können bereits gegen Ende der Grundschulzeit eigenständig zurückgelegt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass Eltern oder Großeltern die Strecke vorher mehrfach gemeinsam mit dem Kind geübt haben.
Unabhängig vom Alter empfiehlt die Polizei bei jeder Fahrt einen gut sitzenden Fahrradhelm. Bei älteren Menschen können Stürze besonders schwere Folgen haben. Ein Helm kann das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich reduzieren.
Für die Teilnahme werden ein eigenes Fahrrad oder Pedelec sowie ein Fahrradhelm benötigt. Anmeldungen sind per E-Mail an [email protected] möglich.






