BYD überholt VW und Mercedes: China erobert jetzt auch die Konzernebene

Mit BYD führt erstmals ein chinesischer Hersteller das Innovationsranking der globalen Automobilkonzerne an. Die aktuelle CAM-Studie sieht Volkswagen und Mercedes dahinter – und zeigt, wie stark sich die Kräfteverhältnisse in der Autoindustrie verschieben.
Bergisch Gladbach. (reg) – Erstmals seit Beginn der AutomotiveINNOVATIONS-Studienreihe im Jahr 2005 steht mit BYD ein chinesischer Hersteller an der Spitze des globalen Konzernrankings. Die aktuelle Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) sieht BYD mit 157 Indexpunkten vor der Volkswagen Group mit 143 und der Mercedes-Benz Group mit 134 Punkten. Auf den weiteren Plätzen folgen Xiaopeng, BMW und die Geely Group.
Damit wird die Verschiebung in der Automobilindustrie immer deutlicher. Gleich drei chinesische Konzerne stehen in den Top 6 der innovationsstärksten Automobilgruppen. Auch bei den Volumenmarken liegt BYD vorn – vor Renault und Toyota. Deutsche Volumenmarken schaffen es dagegen aktuell nicht in die Top 10. VW landet laut Studie nur auf Rang elf.
Für eine redaktionelle Einordnung hat CarPoint24.de bei BYD und Volkswagen nachgefragt. Volkswagen reagierte mit einem Statement, eine Antwort von BYD lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
Ein Sprecher des Volkswagen-Konzerns betonte auf Anfrage von CarPoint24.de, man wolle weiter zur Innovationsspitze gehören und stelle sich dem globalen Wettbewerb um die besten Produkte und Innovationen. Mit Blick auf China verweist Volkswagen auf eine Rekord-Produktoffensive mit mehr als 20 neuen elektrifizierten Modellen im Jahr 2026, auf KI-basierte Nutzererlebnisse sowie auf eine konsequente „In China, for China“-Strategie. In den westlichen Märkten treibt der Konzern nach eigenen Angaben vor allem die Entwicklung zum softwaredefinierten Fahrzeug voran.
Auch die CAM-Studie selbst sieht die chinesischen Hersteller inzwischen technologisch in einer neuen Rolle. Studienleiter Stefan Bratzel spricht von einer „tektonischen Verschiebung“ in der Automobilindustrie. Entscheidend sei die Kombination aus Zukunftstechnologien, hoher Innovationsgeschwindigkeit sowie niedrigen Entwicklungs- und Herstellungskosten.
Die Zahlen der Studie unterstreichen das: Laut der Grafik zum Anteil der Innovationsstärke nach Herkunftsländern kommen chinesische Hersteller inzwischen auf rund 47 Prozent, während deutsche Hersteller bei knapp 29 Prozent liegen.
Unterm Strich zeigt das neue Ranking vor allem eines: China ist in der Autoindustrie längst nicht mehr nur Herausforderer, sondern in Teilen bereits Taktgeber. Dass nun erstmals ein chinesischer Konzern weltweit die Spitze übernimmt, ist dafür ein deutliches Signal.






